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Unsere Konferenz

Auch KommunistInnen können demokratisch arbeiten...

Wenn man sich vorgenommen hat, in ein Parlament einzuziehen und seine Brötchen (bzw. Sahnetörtchen und Strandhäuser) fortan damit zu verdienen, reicht es, ein paar Plakate aufzuhängen. Aber möchte man stattdessen das gesamte kapitalistische System stürzen, so ist einiges mehr an Einsatz gefragt.

Um eben diesem Ziel ein klein wenig näher zu kommen, fand am 7./8. Oktober in Berlin eine REVOLUTION-Doppelkonferenz statt. Zusätzlich zur dritten bundesweiten Konferenz der unabhängigen kommunistischen Jugendorganisation REVOLUTION, gab es auch die erste Konferenz der neuen internationalen Tendenz „Independent Revolution“ (kurz: iRevo).

Dementsprechend waren unter den 20 Anwesenden nicht nur AktivistInnen der Ortsgruppen Bernau, Berlin und Wolfsburg sondern auch AktivistInnen von den Revo-Gruppen in Tschechien und der Schweiz, sowie ein Gast aus England.

Der erste Tag wurde fast vollständig iRevo gewidmet. Es wurde festgestellt, dass die Gründung dieser unabhängigen Tendenz ein notwendiger Schritt war, um der Bevormundung unserer Organisation durch unsere ehemalige Mutterorganisation, die LFI, entgegenzutreten.

Rausschmiss

Die LFI-Führung, über ihre Fraktion in Revo, machte im Vorfeld der Konferenz klar, dass sie niemanden in ihrer „unabhängigen” Jugendorganisation dulden würde, die nicht alle ihre Direktiven akzeptiert. Auf dieses Ultimatum antworteten wir, das Revo eine unabhängige Jugendorganisation bleibt und diese LFI-Entscheidungen (wie früher den Rausschmiss von Revo Australien, weil diese Gruppe auch nicht von der LFI kontrolliert werden konnte) nicht akzeptieren.

Nun bleiben in den LFI-Revo-Strukturen fast nur noch LFI-Mitglieder – selbst der Schein von Eigenständigkeit ist über Bord geworfen worden, um die vollständige Kontrolle durch die LFI-Führung zu sichern.

Deshalb muss iRevo, zumindest bis die LFI diese Haltung ändert, als eigene Tendenz funktionieren Aus diesem Grund wurde die iRevo-Koordinierung gestärkt, die vorerst aus einem/r stimmberechtigten Vertreter/in jeder iRevo-Sektion bestehen soll.

Außerdem wurden die politischen Differenzen zwischen der LFI und ihrer jüngsten Abspaltung PR (Permanent Revolution) auseinandergenommen. Die LFI hatte die interne Diskussion, die sich über zwei Jahre hinzog und letztendlich zur Spaltung führte, vor uns verborgen – aus „Sicherheits”gründen, wie es in ihren internen Dokumenten hieß. Nun muss die Diskussion nochmal bei Revo wiederholt werden.

Weitere Themen am Samstag waren ebenfalls internationale Fragen, wie die europaweite Mobilisierung zu den Anti-G8-Protesten 2007 in Mecklenburg-Vorpommern, die Kampagne für den gefangenen slowakischen Antifaschistischen Mário Bango, die Einschätzung der „Neuen Linken“ in Deutschland und die Kriege des Imperialismus im Nahen Osten.

Da der/die durchschnittliche Revo-Konferenzteilnehmer/in sich von der harten Arbeit auch angemessen erholen will, gab es im Anschluss an das Tagesprogramm (das sich letztlich sogar bis nach 20 Uhr erstreckte) eine After-Conference-Party. Aber wer dachte, hier die Politik entkommen zu können, wurde enttäuscht, denn die Diskussionen und die linke Musik gingen bis spät in die Nacht.

Hard Work

Beim zweiten Konferenztag wurde alles, was die deutsche Sektion betrifft, besprochen: Es wurde Bilanz gezogen über erfolgreiche Aktionen wie den berliner Schülerstreik und über negative Aspekte, wie Austritte in letzter Zeit, von denen viele auf den demoralisierenden „Sektenkrieg“ mit der LFI zurückzuführen sind. Auf dieser Grundlage wurden dann die mittelfristigen Perspektiven für REVO/DE zusammengestellt. Neben der Konzentration auf die Anti-G8-Mobilisierung wäre hier noch die Weiterführung der Schülerproteste nach dem Schulstreik und die Mobilisierung zu den wichtigsten Sozialprotesten zu nennen.

Eines der wichtigsten Ergebnisse der Konferenz ist die Neustrukurierung der bundesweiten Revo-Leitung. Sie besteht jetzt aus mindestens einem Mitglied jeder Ortsgruppe, so dass sie nicht Gefahr läuft, einzelne OGs aus dem Auge zu verlieren oder sie gar zu vernachlässigen. Gleichzeitig wurde ein neues Statut für die Gruppe diskutiert und beschlossen.

Ihr kriegt meine Unabhängigkeit,
wenn ihr sie aus meinen kalten,
toten Händen
zerrt.

Amüsant war wieder die LFI und ihre deutsche Sektion, GAM. Zwei GAM-Mitglieder, die vor kurzem aus REVOLUTION ausgeschlossen werden mussten, da aus ihren internen Dokumenten hervorging, dass sie die restliche Mitgliedschaft systematisch belogen hatten, sollten auf der Konferenz eigentlich die Chance bekommen, gegen ihren Ausschluss zu protestieren. Da sie letzteren unter anderem als „bürokratisch“ und „undemokratisch“ bezeichnet hatten, hätte man davon ausgehen können, dass sie ihre Chance nutzen und die Basis der Organisation von der Unrechtmäßigkeit der Entscheidung der „stalinistischen Bürokratie” in Revo Germany zu überzeugen versuchen – getan haben sie dies allerdings nicht, denn sie wussten, dass diese Entscheidung von der gesamten Gruppe getroffen wurde. Ihre Verleumdungen glauben sie also nicht mal selbst.

Allerdings gab es auch ohne diese internen Streitigkeiten genug zu besprechen und zu diskutieren. Die nächste Revo-Konferenz findet dann in spätestens einem Jahr statt – es sei denn näturlich, wir leben dann bereits in einer weltweiten klassenlosen Gesellschaft.

//von Tom aus Bernau //REVOLUTION Nr. 20

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